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Historie

Das Georgianum im Wandel der Zeit

Das Gymnasium Georgianum blickt auf eine lange Tradition zurück: 1680 wird in Lingen eine höhere Schule gegründet, aus der sich über Jahrhunderte die heutige Schule entwickelt – vom kleinen Gymnasium Academicum bis zum modernen Gymnasium im Schulzentrum.

ca. 1570–1890

Anfänge als Lateinschule und „Hohe Schule“

Bereits um 1570 gibt es erste Hinweise auf eine Lateinschule in Lingen.

Am 22. Januar 1680 richtet Wilhelm III. von Oranien eine „illustre Lateinschule ersten Ranges“ ein – dieser Tag gilt als Gründungsdatum der höheren Schule in Lingen.

1697 wird die Schule zum Gymnasium Academicum ausgebaut, einer kleinen Hochschule mit Professoren und Studenten, die überwiegend aus den Niederlanden kommen. Das akademische Zepter dieses „Hohen Gymnasiums“ befindet sich bis heute im Besitz des Georgianums.

Mit dem Übergang Lingens zum Königreich Hannover verliert die Hohe Schule an Bedeutung; 1819 beschließt die Regierung ihre Aufhebung.

1820–1859

Neues Gymnasium in hannoverscher Zeit

Ostern 1820 entsteht ein neues „paritätisches“ Gymnasium, in dem evangelische und katholische Schülerinnen und Schüler gemeinsam lernen – über Jahre das kleinste Gymnasium im Königreich Hannover.

1830 erhält die Schule den Status eines Gymnasiums 1. Klasse mit Abiturrecht, 1832 legen die ersten Schüler ihre Reifeprüfung ab.

Am 12. Oktober 1859 zieht das Gymnasium in ein neues Gebäude an der Gymnasialstraße um. König Georg V. von Hannover ist bei der Einweihung anwesend; zu seinen Ehren erhält die Schule den Namen „Gymnasium Georgianum“.

1860–1958

Wachstum und Wandel im 19. und 20. Jahrhundert

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wächst die Schülerzahl deutlich; 1880 wird der Gymnasial Turn- und Ruderverein (GTRV) gegründet, der bis heute die besondere Sporttradition des Georgianums prägt.

1930 wird das Schulgebäude anlässlich der 250-Jahr-Feier erweitert, eine neue Turnhalle entsteht. Die Zeit des Nationalsozialismus hinterlässt Spuren, etwa in politischen Konflikten zwischen Schülergruppen und Verweisen.

Am 26. September 1958 zieht die Schule in ein größeres Gebäude an der Heidekampstraße – eine Reaktion auf steigende Schülerzahlen nach dem Zweiten Weltkrieg.

1958–2009

Schulzentrum und Doppelgymnasium

In den 1960er-Jahren wächst die Schule weiter: 1968 wird der neusprachliche Zweig als eigenes Gymnasium Johanneum ausgegliedert, während das Georgianum als altsprachliches Gymnasium fortbesteht.

Ab 1972 kooperieren die Oberstufen beider Gymnasien eng miteinander („Lingener Modell“).

Im Sommer 1998 zieht das Georgianum in das heutige Schulzentrum an der Kardinal-von-Galen-Straße um.

Zum 1. August 2009 werden Georgianum und Johanneum wieder zu einem Gymnasium Georgianum zusammengeführt – mit einem breiten sprachlichen, naturwissenschaftlichen, sportlichen und musisch-künstlerischen Profil.

seit 2009

Das Georgianum heute

Heute ist das Georgianum ein modernes Gymnasium im Schulzentrum an der Kardinal-von-Galen-Straße. Es knüpft an seine Tradition seit 1680 an und verbindet diese mit aktuellen pädagogischen Schwerpunkten – von Sprachen und MINT über Sport und Musik bis zur Begabtenförderung.

Durch die Fusion von 2009 und den kontinuierlichen Ausbau des Schulzentrums lernen hier inzwischen rund 1.200 Schülerinnen und Schüler aus Lingen und dem Umland; die genaue Zahl schwankt von Jahr zu Jahr.

Das Schulwappen

Das Schulwappen erinnert an die Personalunion zwischen Großbritannien und Hannover im 18. und 19. Jahrhundert.
Es besteht aus drei übereinanderliegenden Schilden:

  • Der äußere britische Schild zeigt das englische und schottische Wappen sowie das irische Wappen.
  • Der mittlere niedersächsische Schild vereint u. a. die braunschweigischen und lüneburgischen Löwen mit dem springenden weißen Pferd – Vorläufer des heutigen Landeswappens.
  • Im Mittelschild weist die Krone auf die Kurwürde der hannoverschen Könige hin.

Als Georg V. der Schule den Namen „Georgianum“ verlieh und das neue Gebäude an der Gymnasialstraße errichten ließ, wurde dieses Wappen über dem Portal angebracht – ein Symbol, das die Schule bis heute führt.

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